Was ist PRP?
Plättchenreiches Plasma, kurz PRP, ist ein Konzentrat aus dem eigenen Blut. Dieser Beitrag erklärt neutral, was dahintersteckt und worauf das Verfahren beruht.
Hinter der Abkürzung PRP verbirgt sich ein einfacher Grundgedanke: Das Blut enthält Bestandteile, die der Körper zur Heilung und Geweberegeneration nutzt. PRP macht sich genau diese Bestandteile zunutze, indem es sie aus einer kleinen Blutmenge konzentriert und gezielt dorthin bringt, wo sie wirken sollen.
Die Bestandteile des Blutes
Blut besteht aus festen Zellen und flüssigem Plasma. Zu den festen Bestandteilen zählen rote Blutkörperchen, weiße Blutkörperchen und die Blutplättchen, medizinisch Thrombozyten genannt. Diese Plättchen sind im Alltag vor allem für die Blutgerinnung bekannt. Sie tragen jedoch noch eine zweite Aufgabe: In ihrem Inneren lagern sie eine Vielzahl an Wachstumsfaktoren, also Botenstoffen, die Reparaturprozesse im Gewebe anstoßen.
Für PRP wird das Blut so aufbereitet, dass der Anteil dieser Plättchen im verbleibenden Plasma deutlich höher liegt als im Ausgangsblut. Das Ergebnis ist eine goldgelbe Flüssigkeit, eben das plättchenreiche Plasma.
In Zahlen: Im normalen Blut liegt die Zahl der Blutplättchen etwa zwischen 150.000 und 400.000 pro Mikroliter. Als plättchenreich gilt ein Konzentrat, das ein Vielfaches davon erreicht. In der Fachliteratur wird häufig das Drei- bis Fünffache des Ausgangswerts genannt, manche Systeme kommen auf das Vier- bis Achtfache. Genau diese Anreicherung ist der Kern des Verfahrens, denn mit den Plättchen steigt auch die Menge der Wachstumsfaktoren.
Wie PRP gewonnen wird
Der Ablauf folgt in den meisten Praxen einem ähnlichen Muster:
- Aus der Armvene wird eine kleine Menge Blut entnommen, vergleichbar mit einer Routineuntersuchung.
- Das Röhrchen kommt in eine Zentrifuge, die das Blut durch schnelles Drehen in seine Bestandteile auftrennt.
- Die plättchenreiche Plasmaschicht wird abgenommen und für die Injektion vorbereitet.
- Anschließend wird das Konzentrat in das Zielareal eingebracht, etwa in die Kopfhaut oder die Gesichtshaut.
Eine kleine Menge Blut aus der Armvene, wie bei einer Routineuntersuchung.
Schnelles Drehen trennt das Blut in seine Bestandteile auf.
Das goldgelbe Plasma wird gezielt in das Behandlungsareal eingebracht.
Was Wachstumsfaktoren bewirken sollen
Die Idee hinter PRP ist, die natürlichen Reparaturmechanismen des Körpers an einer bestimmten Stelle zu bündeln. Die freigesetzten Wachstumsfaktoren senden Signale an die umliegenden Zellen. Je nach Anwendungsgebiet sollen sie etwa die Durchblutung anregen, die Zellteilung unterstützen oder ruhende Strukturen aktivieren. Im Bereich der Haare richtet sich das Interesse auf die Haarfollikel, im Bereich der Haut auf die Bildung von Kollagen und die allgemeine Geweberegeneration.
Wichtig ist eine nüchterne Einordnung: PRP ist kein Wundermittel und ersetzt keine grundlegende medizinische Abklärung der Ursache. Die wissenschaftliche Studienlage ist je nach Anwendungsgebiet unterschiedlich belastbar und hängt stark von der Aufbereitung und der Auswahl der behandelten Personen ab.
PRP ist nicht gleich PRP
Ein Punkt wird oft übersehen: PRP ist kein einheitlich genormtes Produkt. Je nach Aufbereitung unterscheiden sich die Konzentrate deutlich, etwa in der Zahl der Plättchen, im Gehalt an weißen Blutkörperchen oder in der Art der Aktivierung. Die Fachwelt nutzt deshalb mehrere Einteilungssysteme, um diese Varianten zu beschreiben. Für die Praxis heißt das vor allem eines: Das gewählte Verfahren beeinflusst das Ergebnis, weshalb die Qualität der Aufbereitung wichtiger ist als der bloße Begriff PRP.
Abgrenzung zu verwandten Begriffen
Rund um PRP kursieren mehrere Bezeichnungen, die nicht immer trennscharf verwendet werden. Verbreitet sind ACP und CGF, die für unterschiedliche Aufbereitungsverfahren stehen, sowie Marketingbegriffe wie Vampire Lifting. Wie diese zusammenhängen, ordnet der Beitrag zum Unterschied zwischen PRP, ACP und CGF ein.
Weiterlesen: PRP, ACP oder CGF? · PRP bei Haarausfall · Eigenbluttherapie im Überblick
Häufige Fragen zu PRP
Wofür steht die Abkürzung PRP?
PRP steht für Platelet Rich Plasma, auf Deutsch plättchenreiches Plasma. Gemeint ist der Anteil des Blutplasmas, in dem die Blutplättchen konzentriert vorliegen.
Ist PRP dasselbe wie Eigenbluttherapie?
PRP ist eine Form der Eigenbluttherapie. Der Oberbegriff Eigenbluttherapie umfasst mehrere Verfahren, die mit körpereigenem Blut arbeiten. PRP ist die heute am weitesten verbreitete und am besten untersuchte Variante.
Wer darf eine PRP-Behandlung durchführen?
In Deutschland handelt es sich um einen ärztlichen Eingriff, da Blut entnommen und wieder injiziert wird. Die Aufbereitung und Injektion gehören in ärztliche Hand.
Tut eine PRP-Behandlung weh?
Die Blutentnahme entspricht einer normalen Blutabnahme. Die anschließenden Injektionen werden meist als gut tolerierbar beschrieben, an empfindlichen Stellen kann eine betäubende Creme zum Einsatz kommen.
Quellen
Wissenschaftliche Quellen zur Einordnung. Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.
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